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Religulous – eine einzige Komödie

29. März 2009 [ 2 Kommentare ]

Bill Maher, ein in den Vereinigten Staaten sehr bekannter Komiker, hat den Film „Religulous“ gedreht, eine – wie Maher den Film in einem Interview bezeichnet – Komödie, die auffälligerweise von nahezu allen Berichterstattern als Dokumentation deklariert wird.

Verwunderlich ist diese Tatsache schon allein wegen des Titels, einer Wortschöpfung, die sich aus „religious“ (religiös) und „ridiculous“ (lächerlich) zusammensetzt, aber auch wegen der Tatsache, dass niemand anderer Regie führte, als Larry Charles, der Regisseur von „Borat“, dem auch dieser Film in Humor und Stil sehr ähnlich sieht.

In „Religulous“ versucht Bill Maher dem Phänomen der Religion auf den Grund zu gehen und hat dabei den Anspruch komisch zu sein. Tatsächlich versucht er allerdings Religion und jede Art von nicht beweisbarem Glauben lächerlich zu machen. Dabei geht er von dem grundsätzlichen Fehler aus, dass Religion und Glaube im Allgemeinen von Wissenschaft gar nicht diskutiert werden kann. Diesem Fehler unterliegen auch alle, die diesem Film etwas Informatives oder gar objektiv Dokumentiertes abgewinnen wollen. Der Film hat den gleichen „wissenschaftlichen“ Wert wie Michael Moores „Fahrenheit 9/11“.

Wissenschaft befasst nicht nämlich mit Beweisen, ihr Inhalt kann also nur etwas sein, was beweisbar ist. Daher können alle grundlegenden Fragen, die jede Religion zu beantworten versucht, von der Wissenschaft überhaupt nicht diskutiert werden.

Bill Maher karikiert allerdings in pseudowissenschaftlicher Manier jede Art von Glauben. Dabei geht er auch auf seine eigene Kindheit ein und beweist, dass er im Grunde keine Ahnung von Religion hat, wiewohl seine Mutter katholisch und sein Vater jüdisch waren. Wie tief greifend ihre religiöse Erziehung jedoch wirklich war, zeigt sich auch daran, dass Maher seine Mutter – wie er in einem Interview sagt – vor laufender Kamera zum ersten Mal fragt, warum Sie eigentlich plötzlich nie mehr in die Kirche gegangen sind und warum sie nie darüber gesprochen haben, dass ihr Vater Jude war.

Allein die Tatsache, dass sich die religiöse Erziehung Mahers allein auf den obligatorischen sonntäglichen Gang in die Kirche beschränkt hat, und – wie er im Film selbst sagt – Superman und Baseball eine Rolle in seinem Leben gespielt hätte, die Religion aber überhaupt keine, zeigt doch, dass Maher von Religion im Grunde gar nichts weiß.

Religulous bleibt eine Satire mit einem Hang ins Zynische, ohne jedes Verständnis für die Materie und allein darauf ausgerichtet, die Zuseher zu unterhalten, indem Menschen aufgrund ihres Glaubens lächerlich gemacht werden.

Autor/in: dontpanic > Nachrichten-Feed


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2 Kommentare »

  • kritiker sagt:

    du gehst irrigerweise davon aus, etw. über religion zu wissen hieße, religion erlebt zu haben. religion ist ein philosophisches und ein wissenschaftliches problem und lässt sich als eben solches intellektuell erfassen, ohne jede spirituelle regung. und auch gegen diese aussage wirst du nur mit argumenten ankommen. das primat des verstandes ist unhintergehbar.

  • dontpanic (author) sagt:

    Nun ja, man kann Religion als philosophisches und wissenschaftliches Phänomen ansehen, jedoch kann man sie nicht mit wissenschaftlichen Fragestellungen beweisen oder – was viel öfter versucht wird – widerlegt werden. Auch wenn es in der heutigen Zeit nicht wirklich oft anzutreffen ist, so kann Religion mit Wissenschaft – insbesondere mit den Naturwissenschaften – wunderbar koexistieren.
    Die letzten Fragen des Lebens bleiben von der Wissenschaft aber unantastbar, da nicht beweisbar.

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