Papst in Abtreibungsfrage missverstanden
Wiederum musste der Vatikan ein Missverständnis zu den Aussagen des Papstes aus dem Weg räumen: Seine Aussagen bei seiner Rede im Präsidentenpalast von Luanda waren von vielen als Missbilligung einer Abtreibung bei Schwangerschaften mit erheblichen Risiken für die Mutter verstanden worden.
Hier das Zitat in der deutschen, englischen und italienischen Übersetzung:
Wie bitter ist die Ironie derjenigen, die Abtreibungen zum Mittel der Pflege der Gesundheit der “Mütter” erheben wollen. Wie befremdlich ist die These, wonach die Unterdrückung des Lebens eine Frage von reproduktiver Gesundheit sei.
How bitter the irony of those who promote abortion as a form of “maternal” healthcare! How isconcerting the claim that the termination of life is a matter of reproductive health (cf. Maputo Protocol, art. 14)!
Quanto amara è l’ironia di coloro che promuovono l’aborto tra le cure della salute “materna”! Quanto sconcertante la tesi di coloro secondo i quali la soppressione della vita sarebbe una questione di salute riproduttiva (cfr Protocollo di Maputo, art. 14)!
Nun musste der vatikanische Pressesprecher P. Federico Lombardi SJ klarstellen, dass der Papst davon gesprochen hatte, dass ein Schwangerschaftsabbruch nicht unter dem Vorwand eines möglichen Risikos für die Mutter durchgeführt und damit legitimiert werden dürfe.
Dabei nahm er – in der gedruckten Version der Rede wurde der Hinweis ganz deutlich in Klammern angeführt – auf das Maputo-Protokoll Bezug. Dort handelt Artikel 14 über “Gesundheit und reproduktive Rechte”. Absatz 2 c besagt, dass die Staaten in Fällen von “Vergewaltigung, Inzest oder wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft die psychische und physische Gesundheit der Mutter oder das Leben der Mutter oder des Foetus gefährdet”, die medizinische Abtreibung gewährleisten sollen.
Der Papst kritisierte also – wie auch ähnliche Formulierungen in den UNO-Dokumenten, welche der Vatikan schon immer abgelehnt hat – diese Formulierung, wodurch Gesundheitsprogramme für Frauen zur Ausrede für einen Schwangerschaftsabbruch herhalten müssen.
Diese Stellungnahme des Papstes Unterschied sich also in keiner Weise von jener, die er vor den Vereinten Nationen und bei vielen anderen Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht hat.
Dennoch wird dem Papst fälschlicherweise unterstellt, grausam und weltfremd zu sein, einfach weil seine Aussagen nicht verstanden werden (wollen).






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