Neuer Missbrauchsfall in Brasilien
Nachdem der Fall des neunjährigen Mädchens aus Brasilien, das nach einer Vergewaltigung Zwillinge abtreiben ließ, für internationales Aufsehen sorgte – nicht zuletzt wegen der auch vom Vatikan kritisierten Handlungsweise des Erzbischofs Jose Cardoso Sobrinho, der die beteiligten Ärzte, Pfleger und den Vormund öffentlich für exkommuniziert erklärte, sorgt nun ein weiterer Missbrauchsfall für Aufsehen:
Ein dreizehnjähriges Mädchen wurde vom Vater vergewaltigt und erwartet nun ein Kind. Laut brasilianischem Recht trägt der Vormund – in diesem Fall das Jugendamt, da die Mutter bereits verstorben ist – das Entscheidungsrecht. Das Mädchen, das bereits im vierten Monat schwanger ist, möchte das Kind allerdings austragen und das Jugendamt erklärte, es würde dem Wunsch der werdenden Mutter entsprechen, falls keine zu großen gesundheitlichen Risiken mit der Geburt einhergingen. Katholische Kreise begrüßen diesen Schritt.
Während der Vater sich seit bekannt werden des Falles in polizeilicher Gewahrsam befindet, wird das in einer Spezialklinik untersucht. Gegebenenfalls wird danach ein Antrag auf Schwangerschaftsabbruch gestellt. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Brasilien bei Vergewaltigung und im Fall eines Gesundheitsrisikos bis zur 22. Woche erlaubt.
Wie Statistiken belegen, betreffen 40 % aller legalen Abtreibungen in Brasilien minderjährige Missbrauchsopfer, die in 90 % der Fälle sind Familienangehörigen oder ihnen nahe stehenden Personen misshandelt wurden.
Hier zeigt sich, dass nicht die Abtreibungsfrage die eigentliche Problematik ist, sondern die Vermeidung solcher schrecklichen Fälle, damit die Frage nach der Vernichtung eines unschuldigen Lebens erst gar nicht gestellt werden muss.









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